Sitemap | mail an SI
Das sind wir
Problematik
Organisation
Projekte
Impressum
Was ist Intersexualität
Informationen
Aktivitäten
Erfahrungen
links
 
Spenden an SI, 
bitte klicken 
    D F
Problematik

Beim Thema IS gibt es nicht eine sondern verschiedene schwierige Themen:

- Tabuisierung

- medizinische und chirurgische Aspekte

- psychologische Begleitung

- Zusammenführung von Betroffenen / Eltern / Angehörigen

- Vernetzung von verschiedenen Stellen wie Psychologen, Ärzte, Selbsthilfegruppen etc.

 

Intersexuelle Menschen spüren, dass sie nicht ohne weiteres in das gängige Mann/Frau-Schema heineinpassen.
Das Gefühl, in ein Schema gedrängt zu werden und doch nicht hineinzupassen, ist sehr erdrückend - das Gefühl, SO nicht existieren zu dürfen erniedrigend.
Die Gesellschaft verbannt viele intersexuelle Menschen in die Isolation, sei es aus Unsicherheit und Unkenntnis oder aus falscher Scham und Scheu.
Die Gesellschaft hat das Recht, die Wahrheit zu erfahren: Es gibt nicht nur Mann oder Frau, es gibt auch intersexuelle Menschen.

 

Es gibt nicht „den richten Weg“ für intersexuelle Menschen. Jeder einzelne von ihnen muss „SEINEN“ Weg finden.

Dazu gehört, dass man sich die verschiedenen Möglichkeiten ansieht. Medizinische wie auch chirurgische Aspekte sollten nicht losgelöst von den Sozialen Aspekten betrachtet werden.

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass jeder Mensch das Recht auf Selbstbestimmung hat.

Bei rein kosmetischen Operationen kann man ruhig zuwarten. Kleinkinder können unoperiert aufwachsen und später selbst entscheiden, ob und wie sie operiert werden möchten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man sich genügend Zeit nehmen kann um sich seine Meinung zu bilden. Unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen, ist meist sehr schwierig und eher nicht ratsam. Rein kosmetische Operationen sind KEINE Notfallmassnahmen.

Warum wurden intersexuelle Menschen operativ einem Geschlecht zugewiesen?

Ca. 1966 stellte Dr. John Money, Sexualforscher von der Johns Hopkins Universität in Baltimore Medical Centre die These auf, das geschlechtsspezifische Verhalten sei allein ein Produkt der Sozialisierung und nicht genetisch festgelegt. Demzufolge könne ein Kleinkind bis zum Alter von 18 Monaten zu jeder sexuellen Identität erzogen werden. Die These wurde in den siebziger/achtziger Jahren begeistert von Wissenschaftlern aufgenommen.

Den Fall John/Joan, welcher John Moneys Behauptung zum Durchbruch verhalf, finden Sie unter folgendem Link: GEO WISSEN Nr. 09/00 - Mann & Frau. Alte Mythen, neue Rollen ... Aus diesem Fall resultierte der Leitsatz: Kleinkinder sollten möglichst bis zum Alter von 18 Monaten kosmetisch-operativ einem Geschlecht zugewiesen werden. Durch die entsprechende Sozialisierung würden sich die Kinder in ihre zugewiesene Rolle einfügen.

Erst 1997 veröffentlichten der Dr. Milton Diamond, Biologe am Pacific Center for Sex and Society an der University of Hawaii, und der Psychologe Keith Sigmundson einen Bericht, der das Experiment als einen Fehlschlag und einen Betrug enthüllte und deutlich machte, dass der Fall das Gegenteil dessen belegte, was Money behauptete: Dass in Wahrheit die Geschlechtsidentität im Mutterleib entsteht und Geschlechtlichkeit nicht durch medizinische und soziale Eingriffe veränderbar ist.

Über 40 Jahre lang wurde nach Dr. John Moneys Leitsatz bei intersexuellen Menschen eine Geschlechtsanpassung durchgeführt. Heute kennt man praktisch keine unoperierten intersexuellen Menschen mehr.

Viele erwachsene Betroffene wurden durch unzählige Konsultationen, Operationen und nicht notwendigem Voyeurismus gedemütigt. Sie kämpfen heute für ein Selbstbestimmungsrecht, also keine kosmetischen Operationen im Kindesalter.

 

Wir empfehlen intersexuellen Menschen und deren Angehörigen, sich an verschiedensten Orten Hilfe zu holen.

Die Menschen in den Selbsthilfegruppen sind die eigentlichen Experten. Sie alleine können ihre Gefühle ausdrücken und sich gegenseitig Unterstützung bieten. Die Gespräche „unter den Betroffenen selbst“ wirken befreiend. Hier finden sie ein Umfeld, in welchem sie so akzeptiert werden wie sie sind.

Auch professionelle, psychologische Hilfe ist häufig sinnvoll. Selbsthilfegruppen wie auch bereits laufende Netzwerke schaffen Verbindungen zu den einzelnen Stellen. Diese finden Sie unter unserer Rubrik „LINKS“.